Verzahnung von beruflicher Aus- und betrieblicher Weiterbildung

Kleine und mittlere Unternehmen bilden das Rückgrat der Wirtschaft in Deutschland. Sie schaffen mit Abstand die meisten Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Gesellschaft und sind insbesondere in strukturschwachen Regionen ein aktives Element der wirtschaftlichen Entwicklung.

Während Großunternehmen sich Struktureinheiten und spezielle Infrastrukturen für die betriebliche Weiterbildung und Kompetenzentwicklung ihrer Mitarbeiter leisten können und geschaffen haben, sind kleine Unternehmen bemüht, die Arbeit selbst unmittelbar mit dem Lernen und Weiterlernen zu verbinden.

Eine Methode, den Fachkräftebestand aktuell und perspektivisch zu sichern, ist die Verzahnung von Aus- und Weiterbildung. Diese tritt im Wesentlichen in vier unterschiedlichen Gestaltungsvarianten auf, als:

  • Verzahnung der beruflichen Ausbildung mit Elementen der betrieblichen Weiterbildung
  • Verzahnung der Weiterbildung mit Elementen der beruflichen Ausbildung
  • Simultane Verzahnung von beruflicher Ausbildung und betrieblicher Weiterbildung
  • Separate Bildungsbausteine, die als Verbindung zwischen der beruflichen Ausbildung und der betrieblichen Weiterbildung eingegliedert werden.

Die bisherigen Untersuchungen belegen,

  • dass für die Verzahnung eine Infrastruktur in den Unternehmen vorhanden sein muss, um die innewohnenden Potenzen für die beruflich-betriebliche Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter ausschöpfen zu können,
  • dass der Aufbau der Infrastruktur ein längerfristiger Prozess der Personal- und Organisationsentwicklung und von strategischer Bedeutung für die Unternehmen ist
  • es kann angenommen werden, dass Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten nur in Ausnahmefällen in der Lage sein werden, durch interne Maßnahmen die Verzahnung von Aus- und Weiterbildung selbst gestalten zu können. Sie benötigen ständig eine externe Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Infrastruktur.

Die Infrastruktur kennzeichnet somit die materiellen, instrumentellen und personellen
Voraussetzungen, die für die prozessintegrierte beruflicher Ausbildung und für die betriebliche Weiterbildung unter den Bedingungen ihrer Verzahnung erforderlich sind.

Im itf Schwerin liegen theoretisch begründete und praktisch erprobte Konzepte vor, wie die Verzahnung von Aus- und Weiterbildung in kleinen Unternehmen organisatorisch und didaktisch-methodisch zur Fachkräftesicherung gestaltet werden kann.


Ansprechpartner
Dr. habil. Hans Joachim Buggenhagen
Prof. Dr. Klaus Henning Busch